Aufgetischt

„Wer in der Zukunft lesen will, muss in der Vergangenheit blättern.“
André Malraux

In regelmäßigen Abständen „tischen“ wir Ihnen eine subjektive und unvollständige Auswahl an neuen und alten Büchern zu bestimmten Themen auf. Lassen Sie sich überraschen!

April 2024

Irrungen und Wirrungen

  1. Anthony Doerr // Winklers Traum vom Wasser. Aus dem Englischen von Judith Schwaab

    David Winkler wächst in Anchorage, Alaska, auf. Schon als Junge hat er eine Vorliebe für Schnee und die Schönheit der Eiskristalle. Manchmal kann er Ereignisse sehen, bevor sie eintreten – als er eines Tages träumt, dass seine neugeborene Tochter in einer Flut ums Leben kommt und er sie nicht retten kann, verlässt David Hals über Kopf seine Familie. Kann er so den Lauf der Dinge ändern?

  2. Tom Drury // Das stille Land. Aus dem Englischen von Gerhard Falkner und Nora Matocza

    Eigentlich wollte der smarte Pierre Hunter raus aus der Provinz, nun schlägt er sich dort als charmanter Barkeeper durch. Sein unerschütterlicher Optimismus und die Begabung für Taschenspielertricks helfen ihm, Ärger aus dem Weg zu gehen. Aber diese Unbeschwertheit endet jäh, als ihm bei einem Unfall die geheimnisvolle Frau vom See das Leben rettet.

  3. Raphaela Edelbauer // Die Inkommensurablen

    In fiebriger Erregung warten die Einwohner Wiens am 31. Juli 1914 das Verstreichen des deutschen Ultimatums ab. Unter ihnen sind drei, deren bekannte Welt zu zerfallen droht: Der Pferdeknecht Hans, der adlige Adam und die Mathematikerin Klara.

  4. Theodor Fontane // Irrungen, Wirrungen

    Ein großer Roman des bedeutendsten Erzählers der literarischen Realismus: Baron Botho von Rienecker verliebt sich in Lene, Pflegetochter einer Waschfrau. Die nicht standesgemäße Liebe stößt auf Widerstand der Gesellschaft.

  5. Julia Franck // Rücken an Rücken

    Ostberlin, Ende der 50er Jahre. Die Geschwister Ella und Thomas wachsen auf sich allein gestellt im Haus der Bildhauerin Käthe auf. Julia Franck zeichnet das Bild einer Epoche, die die Frage nach Aufrichtigkeit neu stellt. Sie erzählt von großer Liebe ohne Rückhalt und einer Utopie mit tragischem Ausgang – eine Familiengeschichte, die zum Gesellschaftsroman wird.

  6. Tessa Hadley // Hin und zurück. Aus dem Englischen von Brigitte Jakobeit

    Wie durch ein Wunder haben sich Paul und Cora einst im selben Zug kennengelernt. Doch die lange Reise, die das Leben bedeutet, ist vor allem durch ständige Verspätungen und verpasste Anschlüsse bestimmt. Und auf dem Fahrschein scheint die Destination zu fehlen.

  7. A. F. Th. van der Heijden // Fallende Eltern. Aus dem Niederländischen von Helga van Beuningen

    Albert, verlotterter Philosophiestudent und Sohn eines Trinkers, wird in wenigen Wochen 26. Thjum, der gleichaltrige Freund, hat einen reichen Fleischfabrikanten zum Vater und eine Stiefmutter, die einem Abenteuer mit Albert nicht abgeneigt ist. Und dann ist da noch Flix, wie Thjum schwul, der am liebsten Bildhauer werden möchte.

  8. Timon Karl Kaleyta // Heilung

    Ein Mann kann nicht mehr schlafen. Mit den Kräften am Ende, fürchtet er, alles zu verlieren: seine Ehe, seinen Status, das Leben. Seine Frau Imogen schickt ihn ins San Vita, ein mysteriöses Nobelresort in der verschneiten Stille der Dolomiten.

  9. Verena Keßler // Die Gespenster von Demmin

    Wie sehr bestimmt die Geschichte unsere Gegenwart? Mit Leichtigkeit und Witz erzählt Verena Keßler von Trauer und Einsamkeit, von Freundschaft und der ersten Liebe. Ein Roman über die Sprachlosigkeit zwischen den Generationen und die Möglichkeit, sie zu überwinden.

  10. Dana von Suffrin // Nochmal von vorne

    Was hält eine Familie zusammen, in der es nur Fliehkräfte zu geben scheint und alles darauf hinausläuft, dass etwas zu Bruch geht? Am Ende nur die eigene Geschichte. Dana von Suffrin hat einen virtuosen Roman über modernes jüdisches Leben zwischen München und Tel Aviv geschrieben.

  11. Alain Claude Sulzer // Zur falschen Zeit

    Mit siebzehn erwacht seine Neugier. Gekannt hat er seinen Erzeuger nicht; er starb kurz nach seiner Geburt. Jahrelang hat er die Photographie, die in seinem Zimmer steht und offenbar von einem Berufsphotographen gemacht wurde, kaum beachtet, bis ihm eines Tages die Uhr am Handgelenk des Vaters auffällt. Warum zeigt sie viertel nach sieben?

August 2023

Nah und fern

  1. Truman Capote // Sommerdiebe. Aus dem Englischen von Heidi Zerning

    Vor ihr liegt ein Sommer, in dem sie einen ganzen Kontinent zwischen sich und ihrer Familie weiß: Während ihre Eltern nach Europa segeln, bleibt die 17-jährige Grady allein zurück in einem schwülen New York ohne Aircondition, dafür in einem voller Versprechen. Grady kann tun und lassen, was sie will. Und sie will eine Menge, bloß sich noch nicht in die feine Gesellschaft einfädeln, die sie nur müde macht.

  2. Julio Cortázar, Carol Dunlop // Die Autonauten auf der Kosmobahn. Aus dem Spanischen von Wilfried Böhringer

    Eine köstliche Studie über den Alltag, das Leben und das scheinbar Normale. Und eine Erzählung über eine große, zärtliche und lebensfrohe Liebe.

  3. Bernardine Evaristo // Mädchen, Frau etc. Aus dem Englischen von Tanja Handels

    Auch wenn die Frauen, ihre Rollen und Lebensgeschichten in Bernardine Evaristos Mädchen, Frau etc. sehr unterschiedlich sind, ihre Entscheidungen, ihre Kämpfe, ihre Fragen stehen niemals nur für sich, sie alle erzählen von dem Wunsch, einen Platz in dieser Welt zu finden.

  4. Tommie Goerz // Im Tal

    Die berührende Geschichte eines Mannes, der seiner kaltherzigen Kindheit nie ganz entkommt und in die Mühlen der Geschichte gerät.

  5. Irina Kilimnik // Sommer in Odessa

    Es ist der Sommer 2014, die Hitze liegt über der Stadt, und das unbeschwerte Odessa steht vor einem Wendepunkt.

  6. Jon Krakauer // In eisige Höhen. Aus dem Englischen von Stephan Steeger

    Minutiös und eindrucksvoll schildert Krakauer den dramatischen Verlauf der Mount-Everst-Expedition. Er äußert sich kritisch über die Auswüchse des modernen Alpinismus mit seinen oft tödlichen Folgen, vermittelt aber zugleich einen Eindruck von der magischen Anziehungskraft und der Faszination des Bergsteigens.

  7. Herta Müller // Reisende auf einem Bein

    Reisende auf einem Bein, erstmals erschienen 1989, ist der erste Prosaband Herta Müllers nach ihrer Übersiedelung aus Rumänien nach Berlin: eine bewegende Geschichte von Ferne und Nähe, Abreise und Ankunft – und der Leere dazwischen, in der wir schmerzhaft uns selbst spüren.

  8. Katerina Poladjan // Hier sind Löwen

    Poladjans Roman Hier sind Löwen ist eine Liebeserklärung an Armenien und die Kunst der Buchrestauration – klug, dezent und mit leisem Humor.

  9. Ralf Rothmann // Junges Licht

    Ralf Rothmann erzählt in der ihm eigenen, eindringlichen Sprache von den letzten Wochen der Kindheit, ihren leisen Schrecken und dem erhellenden Trost: „Wenn du dich für die Freiheit entschieden hast, kann dir gar nichts passieren. Nie.“

  10. Birgit Vanderbeke // Ich sehe was, was du nicht siehst

    Eine junge Frau denkt darüber nach wegzugehen. Mit ihrem Sohn, einem grünen Nilpferd und einem kleinen Hund verlässt sie Deutschland und fährt von Berlin nach Frankreich. Birgit Vanderbekes Sprache ist Musik.

  11. Christa Wolf // Sommerstück

    Einen Sommer auf dem mecklenburgischen Land erlebt die Schriftstellerin Ellen, zusammen mit Familie und Freunden. Der gesellschaftliche Stillstand ist Ende der siebziger Jahre deutlich zu spüren, aber für die Dauer einiger weniger Monate, die in der Erinnerung einmalig und endlos scheinen, entsteht hier eine lebendige Gemeinschaft.

  12. Lea Ypi // Frei. Aus dem Englischen von Eva Bonné

    Albanien 1989 – es herrschen Mangelwirtschaft, die Geheimpolizei und das Proletariat. Für die zehnjährige Lea ist dieses Land ihr Zuhause: ein Ort der Geborgenheit, des Lernens und der Hoffnung. Alles ändert sich, als die Mauer fällt. Jetzt können die Menschen wählen, wen sie wollen, sich kleiden, wie sie wollen, anbeten, was sie wollen. Aber die neue Zeit zeigt bald ihr hartes Gesicht.